Ems-Kanal

Es ist immer gut, sich Gedanken über mögliche Alternativen zu den umweltfeindlichen Emsvertiefungen zu machen. Die dürfen aber nicht illusorisch sein!

Dem angedachten Ems-Kanal stehen die Fraktionen der AWG auf Kreis- und Stadtebene mit Skepsis gegenüber. Zwar würden bei einem Ems-Kanal die ins Uferlose gestiegenen Entschlickungskosten im Leeraner Hafen die Stadt Leer nicht mehr belasten und es könnten neue Arbeitsplätze erhalten und auch neue geschaffen werden. Außerdem könnte von einem Ems-Kanal bei einer entsprechenden Gestaltung ein gewisser Charme ausgehen, dennoch gibt es auch Kehrseiten.

Selbst wenn die Errichtung eines Ems-Kanals möglich sein sollte, so wäre ein solcher mit den entstehenden Kosten, die die Allgemeinheit zu tragen hätte, nicht in Einklang zu bringen. Und die Bauzeit, ganz zu schweigen von den Baukosten, wäre unabsehbar. Ferner würde ein Kostenrahmen wie immer, wenn die öffentliche Hand beteiligt ist, nicht eingehalten werden. Und das alles für die Meyer-Werft?!

Nach unserer Auffassung ist die Ems bereits ruiniert. Es drängt sich daher der Verdacht auf, bei der „Ems-Kanal-Idee“ handelt es sich nur um ein Ablenkungsmanöver, um Meyer-Kritiker zu beruhigen.

Wir bleiben dabei: Eine Verlagerung der Meyer-Werft an die Küste sollte Vorrang haben! Von den Beschäftigten dort kann man mehr Mobilität erwarten. Kein Mensch hat das Recht, seinen Arbeitplatz vor der eigenen Haustür vorzufinden, jedenfalls nicht zu Lasten der Steuerzahler. Bei einem Umzug an die Küste könnte die Ems wiederbelebt werden. Auch die Natur rechts und links der Ems hat ein Recht auf Leben!

Abschließend wiederhole ich gerne die Frage meines Fraktionskollegen im Kreistag, Karl Martens: Warum wird nicht grundsätzlich die Errichtung einer Schleuse in Betracht gezogen? Die würde kostengünstig und effektiv sein, sinnvoller jedenfalls als der angedachte Ems-Kanal.

Die AWG-Fraktionen sind für vertretbare Alternativen, aber nicht, wie jetzt bei dem angedachten Ems-Kanal, für Luftschlösser um jeden Preis. Man muß die Kirche auch im Dorfe lassen!

Gerd Koch
Fraktionsvorsitzender der AWG im Kreis und in der Stadt

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