Rettungseinsatz auf Borkum

Ich hörte ihn schon von weither. Und plötzlich stand er neben mir beim Nordstrand auf Borkum. Der RTW des DRK. Mit Blaulicht und natürlich mit Tatütata. Das war am 19. Juli kurz vor 12 Uhr. Es war der superheisse Dienstag vor genau zwei Wochen. Mit einem Fernglas suchte der Fahrer seinen Einsatzort am Nordstrand. Nichts zu sehen. Da kamen schon die Helfer von der DLRG und fuhren mit einem Quad zum Einsatzort, der mit dem Fahrzeug unerreichbar war. Auf dem Weg dahin winkte das „Opfer“ seinen Rettern schon zu. Es war ein bei Insulanern bekannter „Krombacher-Kunde“. Hitze und Bier passen halt nicht zusammen. Er wurde trotzdem mitgenommen. Zum Inselkrankenhaus. So weit, so gut.

Nun kommtˋs. Die Hinfahrt des RTW erfolgte noch normal. Über die öffentlichen Straßen von Borkum. Für den Abtransport zum Krankenhaus wählte der Fahrer jedoch den Weg über die Promenade. Genau da, wo viele Menschen schlendern und sich sonnen. Bis zum Hallenbad. Alle sollten schließlich an der „Rettungsaktion“ teilhaben. Auf meine Frage an einen Einheimischen, warum der Krankenwagen den Weg unten beim Strand gewählt hat, erhielt ich die Antwort „Alles nur Show“.

Eine seltsame Show des Fahrers vom Roten Kreuz. Der „Krombacher-Kunde“ hat den Einsatz übrigens bestens überlebt und hatte schnell wieder Durst. Bleibt letztlich nur die Frage, wer die Show auf Borkum bezahlt.

Gerd Koch

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