Gitta ist gemein

Es ist noch nicht lange her. Da feierte eine hiesige Hilfsorganisation einen runden Geburtstag. Auch die Abgeordneten aus Berlin und Hannover waren eingeladen. Sie sind natürlich gekommen (schließlich ist Wahlkampf) und sollten Grußworte halten (die Politiker gerne mit Festreden verwechseln).

Zunächst sprach Gitta Connemann (über die Länge kann man trefflich streiten). Dennoch: Ohne Vorlage redete sie frei, gekonnt und niveauvoll. Profi halt. Danach ging die Neue von der SPD ans Mikrofon, auch „Lady in black“ genannt. Was für ein Unterschied! Anja Troff-Schaffazik benötigte für ihre paar Standardsätze einen Zettel, um quasi Nichtssagendes loszuwerden. Das Reden wird sie nie lernen. Ist ja auch gemein von Gitta Connemann, unmittelbar vor der unübersehbaren Frau aus Hollen zu sprechen.

Ähnlich war es auch bei den Landtagsabgeordneten Ulf Thiele und Sascha Laaken. Thiele sprach frei, (ziemlich) kurz und knackig, während Laaken, dem einfach die Kraft der Stimme fehlt, irgendwas faselte, was ihm offensichtlich jemand aus Hannover mit auf den Weg gegeben hatte. „Ich war Schutzmann und nach Einsätzen hat mich meine Frau oft in den Arm genommen. So konnte ich das Erlebte besser verarbeiten“. Um wieder in den Landtag zu kommen, veräppelt man schon gerne mal seine Zuhörer – und macht sich selber zum Kaspar.

Gerd Koch

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