Blinkfüer-Ehrungen

Presseerklärung!

Jährlich werden verdienstvolle Menschen im Landkreis mit dem „Blinkfüer“ ausgezeichnet. Es sind Frauen und Männer aus verschiedenen Bereichen, die sich selbstlos für andere über einen langen Zeitraum eingesetzt haben. Das ist auch gut so! Ich freue mich immer mit den Menschen, denen eine solche Anerkennung zuteil wird.

Kein Verständnis habe ich jedoch dafür, wenn Politiker geehrt werden sollen. Ob auf großer oder auf lokaler Ebene: Keine Politikerin, kein Politiker übt sein politisches Mandat selbstlos aus (vielleicht von ganz, ganz wenigen Ausnahmen abgesehen; darauf komme ich noch zurück). Es müssen nicht immer materielle Vorteile oder das Unterbringen von nahen Verwandten im öffentlichen Dienst sein, nein, es kann auch schon ein Schulterklopfen oder ein gutes Abschneiden bei der nächsten Wahl sein. Das muß reichen!

In diesem Jahr sollen zwei Mitglieder des Kreistages mit dem „Blinkfüer“ ausgezeichnet werden: Paul Foest und Herbert Broich. Mag sein, daß Paul Foest zehn oder zwanzig Jahre im WEISSEN RING tätig war und anderen Menschen geholfen hat und noch sonstwo aktiv gewesen sein, aber dafür eine besondere Auszeichnung des Landkreises? Ich kenne einen Menschen, der ist seit über 50 Jahren (!) Feuerwehrmann, etwa ebenso lange im Spielmannszug und mehr als 50 Jahre Kassenwart dieses Vereins. Der war nie Politiker; der war immer bescheiden. Ein solcher Mann ist zu ehren, aber nicht ein Kreispolitiker.

Bei Herbert Broich, ebenfalls für den „Blinkfüer“ vorgesehen, habe ich eine ganz andere Vermutung: Der hilft seit zig Jahren anderen Menschen – aber wirklich selbstlos. Und Herr Broich, so meine Einschätzung, wird die Auszeichnung gar nicht annehmen (er hat auch schon die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes abgelehnt). So stelle ich mir einen Kommunalpolitiker vor.

Politiker sollten grundsätzlich so viel Anstand aufbringen und von sich aus auf Auszeichnungen verzichten. Es gibt Menschen, die haben Ehrungen eher verdient als Mandatsträger!

Gerd Koch

Fraktionsvorsitzender der AWG im Kreistag

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