EWE-Urteile

Natürlich haben die gestrigen Auricher „EWE-Urteile“ einen Grundsatzcharakter, jedenfalls sind sie stark richtungsweisend. Es ist zwar möglich, aber höchst unwahrscheinlich, dass ein anderer Richter ein konträres Urteil fällt (das sieht der Chefredakteur der Ostfriesen-Zeitung in einem heutigen Kommentar nicht so ganz richtig. Woher auch? Er schätzt das eher falsch ein).

Aber wie ernst man es mit der eigenen Seriösität nimmt, erkennt man auch daran, dass die OZ dem Dieter Baumann-Vorwurf, die EWE habe Wahlmanipulation betrieben und er, Baumann, sei deshalb 2008 nicht in den Landtag gekommen, nahezu eine ganze Breitseite, jedenfalls 5spaltig, hierzu widmet. Abgesehen von der völligen Unbedeutung dieser Meldung: Wenn die EWE jemals etwas Gutes getan hat, dann ist es das Verhindern von Baumanns Einzug in den Landtag.

Apropos EWE-Urteile: Nach den gestrigen Entscheidungen hat ein EWE-Sprecher, so war gleich nach der Verkündung im Radio zu hören, die Urteile des Amtsgerichts Aurich als „Einzelfälle“ abgetan. Lernen die es bei der EWE denn nie? Die Urteile betreffen alle EWE-Kunden. Anstatt Milliarden in die Infrastrukturen von Polen und in der Türkei zu investieren (besser zu verpulvern), hätte man a) einen PR-Profi einstellen sollen, der das Geschäft mit der Öffentlichkeitsarbeit versteht und b) sich endlich Gedanken machen sollen, wie man kundenfreundlich reagiert und die unberechtigt kassierten Beträge in voller Höhe den Kunden erstattet. Wurschteln die Oldenburger weiter so herum, droht vielleicht letztlich sogar das Ende des EWE-Konzerns. Aber ob das im Sinne der Verbraucher wäre, bezweifele ich auch. Dann käme nämlich ein anderer Branchenriese und würde die Preise diktieren. Die wären aber gewiß nicht günstiger als die jetzigen EWE-Preise. Das ist alles eine haarige Kiste. Aber ein „einfach weiter so“ können sich Dr. Brinker und Co auch nicht erlauben.

Gerd Koch
Fraktionsvorsitzender der AWG im Kreistag

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