ZGO-Geschäftsbericht 2010

ZGO Zeitungsgruppe Ostfriesland GmbH
Leer
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010 und Lagebericht 2010, aber ohne Tabellen. Siehe PDF-Dokument unten.

Die Verlagsbranche befindet sich nach wie vor in einem durch Digitalisierung und Internet ausgelöstem tiefgreifenden Wandel. Doch die Verlage setzen mit der Kombination print, online und mobile auf wachsende Werbemärkte und auf die hohe Bedeutung von Qualitätszeitungen für das gesellschaftliche Zusammenleben.

Qualitätsjournalismus kann und wird Leser animieren, für digitale Zeitungen, Inhalte und Apps zu zahlen. Die Frage, ob die gedruckte Zeitung vom Aussterben bedroht ist, steht aber nicht im Raum. Eher beschäftigen sich die Verlage mit dem Thema, über welchen Kanal der Leser bestmöglich zu erreichen ist und welche Themen für welchen Kanal optimal sind.

Mit Erscheinen der Verbraucheranalyse (VA) 2011 wird es laut Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG) möglich sein, Online- und Print-Reichweiten der regionalen Tageszeitungen als Gesamtreichweite darzustellen. Dies ist bedeutend, da das Volumen der Online-Werbeinvestitionen 2010 erstmals größer als die Werbeeinnahmen der Gattung Zeitungen ist.

Die ZGO Zeitungsgruppe Ostfriesland GmbH (ZGO GmbH) gibt die Tageszeitungen „OstfriesenZeitung“, „General-Anzeiger“ und „Norderneyer Badezeitung“. die Sonntagszeitung „Der Wecker“ und die mittwochs erscheinende Wochenzeitung „Von Haus zu Haus“ heraus. Die Internet-Auftritte www.ostfriesen-zeitung.de, www.ga-online.de und www.norderneyer-badezeitung.de sind die digitale Ergänzung zu den Printprodukten. Der Verlag wird weiter zu einem Medienhaus mit unterschiedlichen Angeboten für die Mediennutzer umgeformt.

Die „Ostfriesen-Zeitung“ (OZ) ist die regionale Tageszeitung für Ostfriesland mit lokalen Schwerpunkten und erscheint täglich mit den Bezirksausgaben Leer, Emden, Norden, Aurich/Wiesmoor/Wittmund und Rheiderland. Das Verbreitungsgebiet ist ganz Ostfriesland. Der „General-Anzeiger“ (GA) erscheint im Overledingerland, Oldenburgerland und Emsland. Die „Norderneyer Badezeitung“ (NBZ) erscheint auf der ostfriesischen Insel Norderney. Die „Ostfriesische Nachrichten“ werden durch die Ostfriesische Nachrichten GmbH (100 %ige Tochter der ZGO GmbH) in der Stadt und dem Landkreis Aurich vermarktet. „Der Wecker“ und „Von Haus zu Haus“ erscheinen im Landkreis Leer sowie im nördlichen Emsland, in Barßel und im Saterland. Alle Titel – Tageszeitungen, Wochenzeitungen und Sonntagszeitungen – sind in verschiedenen Anzeigen-Kombinationen belegbar.

Ertragslage
Die Seitenumfänge der eigenen Tageszeitungen sind leicht gestiegen, was durch eine geringfügige Steigerung der verkauften Anzeigen und der Eigenanzeigen zurück zuführen ist. Ein Plus an redaktionellen Mantelseiten sowie lokale und regionale Seiten ergänzt diese Steigerung. Der Nettogesamtumfang der niedersächsischen Tageszeitungen ist dagegen um 5,3 % gesunken. Die Sonntagszeitung „Der Wecker“ und die Wochenzeitung „Der Wecker am Mittwoch“, die seit Januar 2011 unter dem Titel „Von Haus zu Haus“ erscheint, haben mit einer Umfangssteigerung, die zum Teil aus Anzeigen resultiert, das Jahr 2010 abgeschlossen. Der Anzeigenumsatz 2010 (inklusive Anzeigen der Zeitungsregion Nordwest und der Fremdbeilagen, ohne vermittelte Anzeigen) betrug 13.957,2 T-Euro. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 145,1 T-Euro (-1,03 %).

Die Gesamtauflage aller Tageszeitungen in Niedersachsen ist um 1,84 % gesunken. Die verkaufte Auflage der Ostfriesen-Zeitung ist um 0,68 % gestiegen, wobei die abonnierte Auflage für die Ostfriesen-Zeitung um 1,01 % gesunken ist. Für den General-Anzeiger und die Norderneyer Badezeitung sind die abonnierten Auflagen um 1,17 % und um 5,40 % gesunken. Die positive Entwicklung der Einzelverkaufswerte und der sonstigen Verkäufe sind in der verkauften Auflage berücksichtigt.

Die Entwicklung der verkauften Auflage der Ostfriesische Nachrichten ist mit -1,08 % für das Jahr zu benennen. Der Einzelverkauf stieg um 0,63 %, die abonnierte Auflage sank um 2,04 %. Die verkaufte Auflage für das vierte Quartal 2010 betrug 13.545 Exemplare.

Der Vertriebsumsatz betrug 12.454,2 T-Euro (2009: 12.086,0 T-Euro) und lag damit um 54,2T-Euro über den Planzahlen. Der monatliche Abo-Preis der OZ wurde zum 1. Juli 2010 um 1,00 € angehoben (von 24,20 € auf 25,20 €). Der EV-Preis der OZ (montags bis freitags) beträgt 1,10 € und samstags 1,50 €. Der monatliche Abo-Preis des GA wurde zum 1. Juli 2010 um 1,00 € auf 24,90 € erhöht, der EV-Preis GA (montags bis freitags) beträgt 1,10 € und samstags 1,50 €. Die Norderneyer Badezeitung kostet im Abonnement weiterhin 12,50 € und seit dem 01. Juli 2010 80 Cent (Erhöhung um 20 Cent) im Einzelverkauf.

Der Ergebnisabführungsvertrag mit der Ostfriesische Nachrichten GmbH beeinflusst das Ergebnis 2010 negativ, da Umstrukturierung innerhalb der ON GmbH in 2010 noch Auswirkungen im Kostenbereich zeigten.

Die Wirtschaftlichkeit ist geringfügig um 2,7 % gestiegen. Der Wert von 105,0 % ist der Vergleichswert Erträge zu Aufwand 2010 des Betriebes. Der Wert weist auf ein positives Ergebnis hin, da die 100 % überschritten sind. Die Wirtschaftlichkeit wurde durch die Wirtschaftskrise belastet. Die Kapitalrentabilitäten zeigen wieder eine negative Entwicklung. Die Umsatzrentabilität hat sich positiv entwickelt.

Investitionen
Die Investitionssumme in Höhe von 300 T-Euro im Jahr 2010 ist geprägt durch Erweiterungen der Software-Lizenzen sowie durch Ersatzbeschaffungen.

Mitarbeiter
Für 2010 waren im Stellenplan der ZGO GmbH 162 Arbeitsplätze vorgesehen. Davon werden 147 in Vollzeit und 45 in Teilzeit besetzt. Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen oder Stellen durch Arbeitnehmerüberlassungsgesellschaften zu besetzen, führt zu Flexibilität und Kostensenkungen. Die Planzahl für Personalkosten wurde um 8,1 % (765 T-Euro) überschritten. Da betriebsbedingte Kündigungen zwecks Auflösung einer Abteilung Abfindungen verursachten, war der Plan nicht einzuhalten. In Aus-, Weiter- und Fortbildung wird investiert, um den sich stetig weiter entwickelnden modernen Betriebs- und Organisationsprozessen mit flexiblen und gut ausgebildeten Mitarbeitern begegnen zu können. Aktiv mitgestaltende Mitarbeiter sind Voraussetzung, um verlässlich ein Unternehmen und somit auch die Arbeitsplätze zu sichern.

Beteiligungen
An der Funk & Fernsehen Norddeutschland GmbH & Co. KG, Isernhagen (Radio ffn) hält die ZGO GmbH einen Anteil von 1,8302 %. Der Gewinnanteil für 2010 betrug 107,1 T-Euro. Mit 1,72 % ist die Gesellschaft an der Funk & Fernsehen Norddeutschland Beteiligungsgesellschaft mbH, Isernhagen und weiterhin auch an dpa Deutsche Presseagentur, Hamburg und LPSB Lokalpresse Service GmbH, Berlin beteiligt.

Je 100 % des Stammkapitals hält die ZGO GmbH an der ZVO Zeitungsvertrieb Ostfriesland GmbH, an der MAO Media Agentur Ostfriesland GmbH, an der OTV Ostfriesen TV GmbH, an der Otto G. Soltau GmbH und an der Ostfriesische Nachrichten GmbH. Alle Tochtergesellschaften leisten ihren Anteil zu strategischen Zielen. Die Verluste einzelner Tochtergesellschaften sind durch deren stille Reserven gedeckt. Die Auricher Presse Vertriebs GmbH ist seit dem 01.01.2010 eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der ZGO. Sie wird als Vorratsgesellschaft bewertet.

Die Beteiligungen an der erpel Fahrradkurier GmbH & Co KG mit 25,1 % und der erpel Fahrradkurier Beteiligungsgesellschaft mbH mit 25,2 % haben für 2010 ein vorläufiges positives Ergebnis erwirtschaftet.

Vermögens- und Finanzlage
Die Liquidität 1. Grades ist um 206,0 % auf 15,5% gestiegen. Die Liquidität 2. Grades mit 114,1 % macht deutlich, dass die kurzfristigen Verbindlichkeiten, deren Höhe im Vergleich zum Vorjahr um 22,2 % gestiegen ist, gerade noch abgedeckt sind. Die Liquidität 3. Grades ist um 28,69 % auf 116,6 % gesunken und erfüllt die alte amerikanische Faustregel einer zweifachen Deckung zum Bilanzstichtag erneut nicht.

Die Kennzahlen bestätigen insgesamt den Geschäftsverlauf des Jahres 2010.

Risikobericht und Prognosebericht
Wesentliche Risiken, die Einfluss auf die Ergebnisentwicklung in 2011 oder 2012 haben können, stellen vor allem die gesamtwirtschaftliche Situation sowie die hohe Abhängigkeit von Schlüsselkunden dar. Der Umsatzanteil der zehn wichtigsten Kunden am Anzeigen- und Beilagenumsatz beträgt rund ein Achtel. Die Topkunden nutzen ihre Marktmacht zunehmend, um Preiszugeständnisse zu erreichen oder ziehen sich infolge geänderter Werbestrategien ganz oder teilweise aus der Tageszeitung zurück. Die Marktposition ist auch durch den starken Wettbewerb mit preisgünstigeren Medien wie Anzeigenblättern und Direktverteilung gefährdet. Allein die Entscheidung eines großen regionalen Kunden für 2011 führt zu einem Minderumsatz von über 300.000 Euro. Die ZGO GmbH deckt zwar einen Teil der Vermarktungskette ab, wodurch es oft gelingt, abwanderungswillige Kunden in der Verlagsgruppe zu halten, allerdings gehen damit nicht unerhebliche Deckungsbeiträge verloren. Außerdem drängen immer mehr starke Mitbewerber in den Markt.

Die Risiken aus dem operativen Geschäft sind über Versicherungen und Notfallpläne abgedeckt. Die Marktlage wird permanent beobachtet und auf Veränderungen und Tendenzen frühzeitig reagiert. Alle versicherbaren Risiken sind durch entsprechende Verträge abgedeckt. Ausfallrisiken im Bereich der Forderungen werden durch ein aktives Debitorenmanagement begegnet. Kontrolle und Steuerung der Liquidität werden durch den täglichen Status und die monatliche Finanzplanung gewährleistet. Umsatzschwankungen sind in der unterjährigen Entwicklung des Geldmittelbestandes durch bestehende Liquiditätsreserven gedeckt. Bestandsgefährdende Risiken bestehen nach unserer Ansicht im überschaubaren Zeithorizont nicht.

Das Jahr 2011 wird geprägt sein von der Stabilisierung der Märkte und der Optimierung von zusätzlichen Märkten, das Jahr 2012 wird wegweisend für die Entwicklung des Medienhauses werden. Die ZGO GmbH muss die sich ihr bietenden Chancen weiterhin nutzen, um die non-print-Märkte in der Region zu besetzen. Der stark steigende Papierpreis muss durch andere Erlösquellen und Umfangreduzierungen neutralisiert werden.

Durch die Gründung der 100 %igen Tochtergesellschaft Ostfriesische Nachrichten GmbH im Jahr 2009 und die damit verbundene Pacht des Verlagsrechtes sollen die Chancen auf Auflagen- und Anzeigenerlössteigerung genutzt werden. Eine Kostenreduzierung wird zur Verbesserung der Ergebnisse der nächsten Jahre notwendig sein. Synergien werden mittelfristig für eine Steigerung der Ergebnisse sorgen.

Die 2009 umgesetzte EDV-Investition sowie die 2011 eingeleitete Erweiterung der EDV-Systeme werden weitere positive Möglichkeiten der Unternehmensstärkung in den kommenden Jahren eröffnen. Der Bereich Online wird zunehmend interessanter – durch technische Möglichkeiten, aber auch durch Werbeerlöse.

Vor diesem Hintergrund sieht die ZGO GmbH für die kommenden Jahre Chancen, lässt aber bei der Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Lage große Vorsicht walten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird daher mit einem Betriebsergebnis für 2011 von rund 1.500 T-Euro gerechnet.

Für das Jahr 2011 und 2012 wird nach Prognosen bundesweit mit einem weiteren Abschwung oder einer Stagnation gerechnet. Die Krise an den Finanzmärkten wird die wirtschaftliche Lage noch lange prägen – einige Monate, vielleicht auch Jahre. Das Jahr 2009 hat gezeigt, dass die Leser- und Anzeigenmärkte der deutschen Tageszeitungsunternehmen von der negativen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung doch nennenswert betroffen waren. 2010 gab es noch geringfügige Reduzierungen des Umsatzes. Speziell in der Tageszeitungsbranche kommen außerdem im Bereich einzelner Anzeigenrubriken und bei der Auflagenentwicklung strukturelle Veränderungsprozesse im Informations- und Nachfrageverhalten mit der Folge tendenziell sinkender Umsatzpotentiale hinzu.

Sonstiges
Das Geschäftsjahr 2011 hat für die ZGO GmbH im Vergleich zum Vorjahr wieder einen ungünstigen Auftakt genommen. Umsätze und Geschäftsergebnisse liegen unter dem Vorjahresniveau. Dem Kostenmanagement, der technischen und organisatorischen Optimierung von Produktionsprozessen sowie der Erschließung neuer Produkte und Erlösquellen kommt eine immense Bedeutung zu.

Die neuen Positionen Marketingleitung und Online-Teamleiter sind Ausdruck der zukünftigen Ausrichtung. Die Führungsmannschaft muss durch Teamgeist und Ideen sowie die interne Bündelung der Kräfte die ZGO GmbH weiterhin stark halten.

Es gab keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind.

Leer, 23. März 2011

ZGO Zeitungsgruppe Ostfriesland GmbH

Ute de Buhr

Robert Dunkmann

Hier ein Ausdruck der Bilanz, welche auch beim Bundesanzeiger über die SuFu zu finden ist.
PDF Ausdruck

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