Freiwild-Konzert und der NSU-Prozess

Am liebsten hätten sie eine leere Arena in Aurich gesehen, die Journalisten, als „Freiwild“ dort am Wochenende auftrat. Es ist allerdings für die Medien „dumm gelaufen“. Es wurde ein Riesen-Event, wie zu hören war. Begeisterung pur. Und das ist auch gut. Wo kämen wir hin, wenn die Medien entscheiden dürften, wo und wann wer auftreten darf oder nicht? Es hätte mich nicht gewundert, wenn der Staatsschutz die Namen aller Besucher aufgeschrieben hätte. Schließlich machen die Jungs auch schon mal Hausbesuche, wenn, wie geschehen, jemand 10,– € an die NPD als Spende überweist.

Apropos Journalisten. So viel Hohlheit auf einmal wie heute bei der Pressekonferenz der Justiz in München wegen der Verschiebung des für diese Woche geplanten Beginns des NSU-Prozesses habe ich noch nie erlebt. Die Pressesprecherin des Oberlandesgerichts München war spürbar angefressen ob der „hoch intelligenten“ Fragen von Journalisten (allerdings hat sie tapfer durchgehalten). „Was sagen die Anwälte zur Vertagung?“ („Fragen Sie die doch selber“ war die -einzig vernünftige- Antwort der Juristin) und „Kann man den zuständigen Richter austauschen?“ waren noch „niveauvolle“ Fragen. „Au Backe“ habe ich nur gedacht. Aber so ist das eben, wenn man einen Beruf ausübt, den man nicht erlernen muss. Journalist kann jeder werden. Da muss man schon bisweilen einiges ertragen.

Gerd Koch

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