Fliegende Fäuste beim Landgericht

091025_gk35 Minuten dauert es von Aurich nach Leer. Und so lange habe ich mir auch gesagt „Kann das wahr sein? Oder habe ich geträumt?“

Gestern beim Landgericht in Aurich. Zwangsläufig muß man auf dem Weg zu den Sitzungsräumen an der Wachtmeisterei vorbei. Da war eine Handvoll Justizleute. Stimmung. Dachte ich. Ist ja Weihnachtszeit. Mache kurz, wie seit mehr als dreißig Jahren Usus, die Tür auf, um „Hallo“ zu sagen. Da merkte ich allerdings, daß etwas mit der „Stimmung“ nicht stimmte. Das war unter Wachtmeistern eine handfeste Auseinandersetzung. Man kann auch sagen „Es flogen die Fäuste“. Es ging richtig zur Sache. So, wie ich es noch nie erlebt habe – und mir auch niemals vorstellen konnte. Da brannte der Baum! Beim Landgericht! Bei denen, die für Recht und Ordnung sorgen ……

Das Üble ist nur: Das war hinter der großen Scheibe. Also für jedermann sichtbar. Quasi im öffentlichen Bereich! Die Justiz ist also auch nur ein Spiegelbild der Gesellschaft.

Ich habe noch mehr gesehen – und gehört. Aber das lassen wir lieber. Was ich „erleben“ durfte, reicht. Mal sehen, was da jetzt passiert. Ich hörte nämlich, daß der Streit in dem Bereich schon seit langer Zeit andauert. Irgendwann gibt es, wie heute, nicht nur acht Jahre und neun Monate für eine alkoholkranke Frau aus Holtrop ……

Ergänzung! Wenn ich geschrieben habe, dass die Fäuste flogen, heisst das nicht, dass die Wachtmeister geboxt haben, sondern die Formulierung steht sinnbildlich. Man hat sich jedenfalls körperlich attackiert. Ich glaube nicht, dass das jemand beim Landgericht bestreitet. Mein Mandant stand ja auch dabei. Gekniffelt jedenfalls haben die Wachtmeister nicht.

Gerd Koch, Rechtsanwalt

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