„Markt“ auf N3

Koch-BeitragWeil mich ein angekündigtes Thema interessierte, habe ich in dieser Woche „Markt“ auf N3 eingeschaltet. Ich habe aber länger geschaut und wurde nicht enttäuscht …..

Klar. Wenn berichtet wird, dann muss es negativ sein. Das will der Zuschauer so. Es ginge auch anders. Aber das geht nicht in die Köppe der Fernsehmacher.

Beispiel 1: Die Produkte von „Mediashop“, die auf einem reinen Verkaufskanal im Fernsehen angeboten werden, wurden regelrecht zerlegt. Mit Recht. Aber Mitleid? Neee. Wer „Fernseh-Produkte“ kauft, der will beschissen werden.

Beispiel 2: Es sollte nur eine Zahnbehandlung sein. Unter Vollnarkose. Die endete allerdings äußerst tragisch. Die junge Patientin sitzt zeitlebens im Rollstuhl und benötigt eine „Rund um die Uhr-Betreuung“. Der Bericht ging richtig unter die Haut. Aber deshalb zu verlangen, der Arzt müsse deshalb dauerhaft aus dem Verkehr gezogen werden, geht nicht nur zu weit, sondern ist rechtlich auch gar nicht möglich. Ist halt passiert. Dafür gibt es Versicherungen, zumal der Anästhesist nicht vorsätzlich gehandelt haben dürfte. Wenn es um Fehler geht, hätte die OZ schon längst eingestampft sein müssen.

Beispiel 3: Eine ältere Dame fährt mit dem „Flixbus“ zu Verwandten in den Osten. In Sachsen angekommen, schnappt sie sich ihren schwarzen Koffer. Dachte die gute Frau. Es war allerdings ein fremder Koffer. Ihr eigener fuhr weiter. Und nun kommt das Fernsehen ins Spiel, nachdem der Busbetreiber zu Recht Ansprüche der Kundin zurückgewiesen hatte. Man kann doch die Tüdeligkeit alter Menschen nicht noch belohnen! Ein optisch auffälliger Koffer kann da schon hilfreich sein. Letztlich hat der NDR erreicht, dass „Flixbus“ 150 € als Entschädigung gezahlt hat. 150 € zu viel.

Fazit: Mit unseriösen Berichten kann man „Markt“-Sendungen auch füllen.

Gerd Koch

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